Selbsthilfegruppe Postpartale Depression

 

Ich war Ansprechpartnerin und Initiatorin der ersten Selbsthilfegruppe für Frauen mit psychischen Erkrankungen rund um die Geburt ihres Kindes im Saarland. Warum ich das initiiert habe?

Ich habe nach der Geburt meines zweiten Kindes eine schwere Krise durchgemacht, ich wollte gesund werden, mich um mein Baby kümmern, aber es ging nicht. Und ich wollte mit anderen Frauen über diese negativen Gefühle und Gedanken reden. Aber es gab nichts. Ich stand allein da, aber ich wollte das nicht. Ich wusste, dass es anderen Frauen genauso ging, dass auch sie in ihren Wohnungen sitzen, grübeln und verzweifeln, über sich und die Welt. Es gab Zeiten, in denen ich nicht aus dem Haus gehen konnte.

Erst als ich durch einen dummen Zufall erfuhr, dass es einer Bekannten genauso erging, ging es bei mir auch aufwärts. Aber ist das nicht paradox? Brauchte ich das Leid der Anderen, damit ich wieder gesund werde? Das hat mir echt zu schaffen gemacht.

Nachdem es mir wieder besser ging, blieb aber weiter der Gedanke, anderen Frauen zu helfen und eine Möglichkeit anzubieten, bei der sich diese Frauen gegenseitig austauschen und auch helfen können. Denn dieses Leid können nicht betroffene Menschen nicht wirklich verstehen. Es ist einfach schwer sich in eine Frau zu versetzen, die sich eben nicht über das ersehnte Mütterglück freuen kann, sondern täglich mit den Tränen ringt und in Schuldgefühlen und Selbstvorwürfen versinkt.

Ich habe mit der KISS in Saarbrücken eine Selbsthilfegruppe gegründet, um für diese Frauen da zu sein. Denn man muss bedenken, es leiden ja nicht nur die Frauen, auch die Partner, die Familien, die dahinterstehen, können nicht unbedingt damit umgehen.

Ich leite die Gruppentreffen, ich berate auch am Telefon oder aber per Mail. Unsere Internetseite betreue ich ebenso, wie die vielen Messestände und auch Vorträge. Ach apropos Vorträge: Ich habe erkennen können und müssen, dass die beste und kostenlose Prävention die der Vorträge in den Geburtsvorbereitungskursen ist. Die Frauen wollen alles über die psychischen Krankheiten im Wochenbett wissen, die saugen das regelrecht wie ein Schwamm auf. Das ist schön, zeigt mir aber auch, wie wichtig und wie unwissend die Leute auch sind. Über alle möglichen Risiken werden sie aufgeklärt, aber die Psyche bleibt unberücksichtigt. Das ist doch mehr als fahrlässig.

Diese Selbsthilfegruppe lag mir sehr am Herzen. Ich mochte die Arbeit mit ihr. Ich mochte es, den Frauen helfen zu können, auch wenn es für mich nicht immer einfach, sondern sehr oft auch sehr aufreibend war. Es ist wohl meine Art, die Liebe und das Glück, dass ich hatte, ein wenig zurückzugeben.  

Doch es wurde mir nicht leicht gemacht, die Selbsthilfegruppe als weiteren festen Bestandteil der Vorsorge der Schwangeren und der Versorgung der Wöchnerinnen im Saarland zu etablieren. Viele Steine wurden mir in den Weg gelegt, die ich allein nicht alle zur Seite schaffen konnte. 

So kam, wie es dann leider kommen muss. Ich habe schweren Herzens die Aufgabe als Selbsthilfegruppenleiterin aufgegeben. Nach meinem Kenntnisstand gibt es derzeit keine Selbsthilfegruppe im Saarland, die als Ansprechpartner für erkrankte Frauen da ist.  Das finde ich sehr bedauerlich und traurig. 

Ich wünsche auf jeden Fall allen erkrankten und hilfesuchenden Frauen, dass sie starke  und verständnisvolle Partner an ihrer Seite haben und die Unterstützung und Hilfe aus ihrem Umfeld bekommen, die sie brauchen. Ich wünsche ihnen die Kraft, die schwere Zeit zu überstehen und gestärkt aus dieser Krise herauszukommen. 

 

Hier der Link zu unserer SHG: www.selbsthilfegruppe-ppd.de.to

Schatten und Licht eV.: www.schatten-und-licht.de 

Schaut doch mal rein.

Alles Liebe!