Sammelsurium

Der Angler


Freudig schwingt er seine Rute routiniert ins blaue Nass. 

In Erwartung reichen Fanges, er sich schon Gedanken macht, 

Köder, Würmer und Getier taugen reichlich für des Fisches Biss, 

Wirbel, Haken und auch Kescher er trotzdem jedes Mal mitbringen muss. 

Zander, Hecht oder Forelle, ist dem Angler glatt egal, 

manchmal, so wird  gemunkelt, beißt auch mal ein glatter Aal. 

Zwar ist´s nur ein Hobby gar stundenlang am Weiher sitzen, 

doch es hilft ihm offenbar bei den angespannten Nervenspitzen. 

Mit dem großen Silberfang zufrieden heimwärts schlendernd, 

das Tageswerk, ja es ist endlich vollbracht. 

Die fröhlichen Fischlein im Weiher munter sich freuend, 

dass keiner von ihnen den Köder geschnappt. 

Ruhe kehrt ein im Paradies, Stille legt sich seiden über die Idyll, 

bis der Angler wiederkommen und weiter angeln will. 


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Der Fallschirmspringer


Zitternd er am Rande steht, 

springt er oder springt er nicht?

Fest sich klammernd an die Seile

er nicht wirklich abwärts will. 


Dann ein Windstoß ihn ermunternd, 

er den Griff dann langsam löst.

Stürzt sich die die weite Tiefe

Hoffend, dass es gut ausgeht. 


Taumelnd er zur Erde gleitet, 

mit dem Lachen im Gesicht. 

Wer je glaubte an das Wunder, 

der es auch erleben wird. 


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Silvester


Faszinierend schauen die Menschen, zitternd in der Kälte stehend, 

in den schwarzen leeren Himmel, hoffend, bald die Sterne zu sehen. 

Laut ein Knall sich bahnend durch die Stille dieser Nacht, 

wird entflammen seinen Zauber in der Sternen Funkenglanz. 

Welch ein Raunen und Erstaunen durch die Menschen einzeln fährt, 

sie das Glas in kalten Händen flugs in einem Schlucke leer´n. 

Dort ein Küsschen und auch hier, Wünsche, Segen und viel Glück, 

noch ein Blick ins letzte Glimmen, dann ins Haus ganz schnell zurück. 



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Der Bilderrahmen


Hineingepresst in die vier Leisten, hölzern oder glänzend gar, 

starrt die Landschaft zu mir rüber, als ob ich nie gewesen war

in des lauen Frühlingsmorgen zartem Tau hindurchspaziert

oder in den Wellentiefen geborgen wie ein Fischlein klein, 

hinabgesunken in die weite Stille, den Lärm gelassen hinter mir. 

Die Leisten halten still und weise, die Landschaft fest ins Bild gerückt, 

mir wäre das bei meiner Reise nicht so gut geglückt. 



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Die Brille


Kann er ohne sie erkennen, was da auf dem Blatte steht

oder braucht er eine neue, damit er nicht ganz Baden geht? 

Rutscht sie ihm mal von der Nase, schnell sie wieder hochgerückt, 

damit sie dann in aller Ruhe leise ihre Pflicht erfüllt. 

Doch in manchen stillen Stunden sie sich flink von dannen macht, 

damit wird in dem ganzen Hause laut geflucht und sie verdammt. 

Einsicht das ist ihre Stärke, Klarheit, Weitblick, kein Problem. 

Weh nur, wenn sie verloren, dann alle nur noch trüb aussehen. 


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Die Krankheit


Doch es taugt die beste Krankheit nichts, wenn sie nicht sehr bald vergeht, 

Hustensaft und Schmerztabletten greifbar in der Nähe stehen. 

Steigt das Fieber, lodert heiß unerträglich arg die Pein, 

krümmt sich voller Sorge schon recht bald das Mägelein. 



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Die Advokaten


Der Advokat im Allgemeinen oft ein  Mensch mit schwerfälligem Gemüt, 

der nach langem Drehen und Wenden, doch manchmal das Rechte sieht. 

Jagend stets nach dem Gedanken, einen Fall zum Sieg zu führ´n, 

er oft sich verheddert in wirrem Gedankenspiel. 

Lustig wird's, wenn er gewinnt, Stolz treibt ihm den Pfau durchs Haar, 

lauthals er sich plustert vor der ganzen Anwaltsschar. 

Doch wehe er verlöre des Mandanten simplen Falls, des Redens er nie müde werden würde, 

wissend wie er nun mal ist, er sich doch einfach irrte.