Gedanken aus meinem Tag

 

28.06.2016

 

Ich versuche eigentlich immer erst etwas hier zu schreiben, wenn ich mich wieder beruhigt habe, wenn etwas Zeit verstrichen ist und ich vielleicht ein weiteres Mal über die Sache nachgedacht habe.

Aber heute geht das nicht!

Ich bin sauer, nein wütend und frustriert.

Ich habe die erschreckende Befürchtung, dass wir hier in unserer Gesellschaft noch viel mehr verrohen, dass uns Profitgier und Umsatz wichtiger werden, als Menschlichkeit und Fürsorge. Wir steuern auf einen gesellschaftlichen und auch menschlichen Kollaps hin. Sehenden Auges! Aber keiner tut was. Ok, es ist zu leicht, sich auf die anderen zu verlassen, die werdens schon richten. Nein, werden sie eben nicht. Verdammt, jeder einzelne - und damit meine ich auch die gewählten Herrschaften in unserer Politik und Gesellschaft, die uns ihre Hirngespinste anpreisen und verkaufen wollen - sollte insich gehen. Meckern, schimpfen, jammern und krakeln hilft nicht weiter. Nur wir allein können zusammen diese Gesellschaft verändern. Da nehme ich mich selbst nicht aus.

Doch was war der Anlass dieser Worte?

Wie bekannt ist, bin ich auch als Ansprechpartnerin bzw Beraterin für Frauen, die in Schwangerschaft und Geburt in eine psychische Krise geraten, tätig. Erst heute Abend hatte wieder so einen Gesprächstermin. Und ganz ehrlich. Ich bin geschockt. Ich bin geschockt und frustriert, über die Art und Weise, wie Frauen behandelt werden. Von Frauen. In einer einzigartig und außergewöhnlichen Ausnahmesituation werden sie allein gelassen, im Stich gelassen, verletzt und traumatisiert auf den Krankenhausflur geschoben und ruhiggestellt.

Jetzt könnte der Einwand kommen, dass das ein bedauerlicher Einzelfall ist. Aber mitnichten. Wie oft habe ich jetzt schon gehört, dass gebärende Frauen allein gelassen werden, mit Schmerzen und der unüberwindbaren Unsicherheit. Ein natürlicher Vorgang entwickelt sich zum Trauma und hinterläßt seine Spuren. Der Ton in den Kreissälen wird rauer, die Stimmung angespannter, das Verhältnis zu Schwangeren und Krankenhausbelegschaft unmenschlich. Die Geburt verkommt zum rein menchanischen, kalten, herzlosen Vorgang.

Und zurück bleiben Frauen, die zwar ihr Baby irgendwann im Arm halten, aber so traumatisiert sind, dass sie weder Ein noch Aus wissen. Aus Unsicherheit wird Angst und ziemlich schnell steigt Panik auf.

Und dabei wäre es so einfach. Nicht die Kaiserschnitt-OP erleichtert allen Beteiligten die Arbeit. Nein, Zeit, Geduld und Hingabe in einen natürlichen, vom Körper selbstbestimmten Vorgang. Verständis? Fehlanzeige! Ein beruhigendes Wort? Keine Zeit! Eine besänftigende Berührung? Warum das denn?

Und warum das Ganze?

Um Kosten zu sparen! Ganz einfach. Hebammen kosten Geld, eine Menge Geld, sagt die Versicherung. Wieviel Hebammenarbeit überhaupt nötig ist, will unser Bundesgesundheitsminister erst mal in einer Studie herausfinden. HÄ? Hab ich das was verpaßt? Ging da eine Info an mir vorbei? Eigentlich nicht. Der Hebammenberuf ist jahrtausende Jahre alt. In den Naturvölkern rund um den Globus hat fast jedes Dorf seine eigene Dorfhebamme. Warum wohl? Aus Spaß? Weil Geld übig ist? Nein, weil sie benötigt wird!!!

Vielleicht zum Mitschreiben für den Herrn Gröhe: Eine Hebamme begleitet nicht nur die Geburt eines Kindes (im übrigen ein unglaublich faszinierender Moment) Nein, sie sorgt sich im Vorfeld um die Schwangere und das ungeborene Baby. Und erst nach der Geburt unterstützt sie die Wöchnerin in allen Fragen dieser "Neuen Welt". Eine sehr gute Hebamme betreut eine Frau fast ein ganzes Jahr! Sie gibt Tips und steht mit Rat und Tat zur Seite. Sie hilft, hat ein offenes Ohr für die Probleme und Pröblemchen und weiß immer eine Antwort.

Fakt ist einfach: Eine Hebamme ist wichtig!

Und weil es so schön ist, malen wir uns doch mal ein Szenario aus, ohne die Betreuung einer guten Hebamme:

Die Schwangere erscheint in der Klinik, ohne Vorbereitung, ohnen Wissen und die entspechenden wichtigen Infos, ohne Kleidung und all die Dinge, die in die berühmte Krankenhaustasche gehören. Sie bekommt irgendwie - auf natürlichen Weg - ein Baby, aber sie weiß gar nichts damit anzufangen. Ist überfordert, vom ersten Moment an. Dann wird sie entlassen mit einem kleinen Würmchen, das von der Welt noch nichts weiß und völlig auf seine Mutter angewiesen ist. Schutzlos, trifft es vielleicht.

Wieder zu Hause wird sie sich erst mal um ihre Kippen und die nächste Party kümmern. Vielleicht - wenn überhaupt - ist noch ein Vater des Kindes in der Nähe. Aber der ist mit der neuen Situation auch überfordert. Wo soll man denn auch lernen, wie man mit so einem kleinen Menschlein umgeht, welche Bedürfnisse er hat und wie er zu behandeln ist. Um Auto zu fahren, muss ich einen Führerschein machen. Um einen Hund halten zu dürfen, sollte ich in die Hundeschule. Selbst zum beruhigenden Angeln brauche ich einen Angelschein.

Aber ein kleines Menschlein darf ich einfach so bekommen?

Die junge Mutter wird Babynahrung kaufen, weil sie es im TV sieht. Das Kind wird gefüttert und damit es auch ja ruhig ist und nicht stört, mit einem Nuckel oder besser noch einer immer zu Hand habenden Tee- oder Saftflasche ruhiggestellt.

Nachts muss es halt dann doch mal schreien. Soll ja die Lungen stärken, sagt die Oma.

Außerdem kann man dann gut zur nächsten Party gehen, ist doch auch nur grad um die Ecke. Und dem Kind wird schon nichts passieren. Wie denn auch, liegt ja in seinem Bettchen.

Irgendwann ist das Kind ein Jahr alt. Die ersten Zähnchen kommen und müssen schon vom Zahnarzt gezogen werden: Karies.

Es kann noch nicht laufen, kennt aber das vormittägliche TV-Programm in und auswendig. Das Handy der Mama sowieso. Bewegung kommt es keine, würde doch Arbeit für die Mutter bedeuten. Sprechen kann es auch nicht. Es vegetiert dahin.  Und erste Auffälligkeiten machen sich so langsam bemerkbar.

Soll ich weitermachen?

Mir wird jetzt schon übel. Da helfen all die tollen Programme nicht. Diese Kinder sind unsere Zukunft und wir vernachlässigen sie von Anfang an. Es ist eine Schande, ganz ehrlich, wir sollten uns schämen.

Das soll natürlich nicht den Einsatz all der engagierten Menschen, Hebammen, Ärzten und Sozialarbeitern schmälern, die sich jeden Tag aufs Neue diesem menschlichen Elend aussetzen und helfen, soweit sie können. Aber es reicht nicht. Schon lange nicht mehr.

Aber die Veränderungen sind zu teifgreifend, die Lethargie sitzt schon viel zu fest. Wir sind faul und gelangweilt. Eine schlechte Mischung. Bequemlichkeit in allen Bereichen, auf allen Ebenen.

Und das ist nicht gut.

Deshalb zu letzt ganz kurz und prägnant:

Besinnen wir uns doch endlich auf die Werte wie Menschlichkeit, Liebe, Hingabe und Fürsorge. Es ist doch so einfach und bedarf nicht viel.

Und würde unsere Umfeld so viel lebenswerter machen.

 

 

13.03.2016

 

Ich glaube heute ist ein schwarzer Tag für die Geschichte Deutschlands. Heute haben wir die Demokratie zu Grabe getragen oder wir ließen sie tragen und wir ließen es zu, dass sie am Boden liegend noch beschmutzt wurde.

He, Leute, was ist nur los? Warum treibt es euch "angeblich" die Ängste und Besorgnis in die Köpfe, wenn ein paar ausländische - anders aussehende, anders lebende - Menschen zu uns kommen. Was gibt euch das Recht und vor allem die Arroganz, diese hilfesuchenden Menschen zu beschimpfen, zu verletzen und zu ängstigen? Dass Recht oder besser das Privileg, hier geboren worden zu sein? Dass Privileg in Frieden und Sicherheit leben zu dürfen? Und das behalten wir natürlich ganz allein für uns??

Wo bleiben Anstand, Empathie und Mitgefühl? Wo die Hilfsbereitschaft und der Respekt dem menschlischen Leben gegenüber?

"Besorgte Bürger" was für ein Quatsch! Da treibt es mir tatsächlich die Zorneswut ins Gesicht. Warum seid ihr besorgt? Was löst die Besorgnis aus? Doch selbst wenn man euch diese Fragen stellt, könnt ihr eure Antwort noch nicht mal anständig artikulieren. Ja, ihr wollt Deutsche sein, auf eine jahrtausendealte Geschichte zurück schauen und kriegt es noch nicht fertig, ein paar einfache Fragen zu beanworten. Ihr seid lächerlich und erbärmlich und langsam bekomme ich Zweifel, ob Deutschland tatsächlich das Land der Dichter und Denker ist oder ob da nicht ein paar Idioten, dem dämlichen Rest Hirngespinste in den Kopf setzt. Jeder von euch hat in seinem Schädel soetwas wie Gehirn und das ist - man staune - zum Denken da.

Und selbst wenn das so noch nicht funktioniert, schaut euch einfach nur mal die Bilder an.

Wer von euch war im Sommer in Mallorca, dem Deutschen liebstes Reiseziel? Na, wie war das Schwimmen im Mittelmeer? Angenehm? Ich hoffe es. Und wie ist die Vorstellung, dass in diesem Wasser, hunderte Menschen bereits ertrunken sind. Männer, Frauen, Kinder. Die nur auf der Suche nach einem besseren, lebenswerten Leben waren. Jämmerlich ersoffen, weil sie keine andere Möglichkeit sahen, dem Elend und der Todesgefahr zu entfliehen. Während ihr gemütlich in der See schwimmt und auf den nächsten Drink schielt?

Wer von euch hat jemals Todesangst gespürt? Und das jeden einzelnen Tag, jede verdammte Stunde, jede Minute mit einem Raketeneinschlag rechnend?

Diese Fragen könnt ihr armseligen Seelen nicht beantworten, weil ihr sie nicht ertragen könnt. Stattdessen schimpft ihr über die Lügenpresse. Ja, das ist auch einfach. Es sind immer die anderen schuld, aber nie ich allein. Doch, ihr alle tragt eine Mitschuld! Ihr glaubt den Quatsch, der euch von gewissen Leuten ins Hirn gepflanzt wird. Ihr tragt diesen Quatsch auch noch weiter und vergesst dabei völlig eins:

Wir sind alle Menschen, auf einem kleinen, blauen Planeten. Dieser kleine Planet, mit all seinen Ländern, Flüssen, Seen, Meeren und Wüsten, Bergen und Städten ist wunderschön! Und, er gehört uns allen. Keiner hat das Recht, etwas für sich selbst in Anspruch zu nehmen, was ihm nicht gehört. Nur gemeinsam kann und müssen wir diese Idioten, die Krieg und Hass säen, bekämpfen.

Also hört auf, idiotischen Reden und Propaganda zu folgen, schaltet euren Verstand wieder ein und kämpft mit allen gemeinsam für eine bessere Welt, ohne Hass, ohne Krieg, ohne Waffen.

Für Mitgefühl und Respekt.

Es ist doch ganz einfach!

 

 

 

17.05.2014

 

Die Tage schwinden dahin, werden zu Wochen und Monaten und lassen uns entsetzt mit der Frage zurück, wo die Zeit schon wieder hin ist.

Ja, es ist ruhig gewesen, die letzten Monate. Ich arbeite an der x-Überarbeitung meines Erstlingswerkes. Und weil es nunmal der Erstling ist, muss es perfekt sein. Wird es zwar sowieso nicht, aber wenigstens annähernd. Ich bin zufrieden mit dem, was ich bisher geschrieben habe. Dazu kommt, dass mir die Phantasie immer wieder einen Strich durch die Rechnung macht und mich mit neuen Ideen überrascht, die natürlich auch festgehalten werden wollen. Und sei es nur ein vor mir in Schlangenlinien fahrendes Fahrzeug, welches beinahe mit dem Gegenverkehr kollidiert. An sich vielleicht nicht spektakulär. Aber in meinem Kopf ist das der beste Stoff für die Phantasie. Warum tut der Fahrer das? Wo kommt er her? Wo will er hin? Ist er betrunken oder hat er ein gesundheitliches Problem und wenn ja, warum? ...

Die menschliche Psyche gibt mir immer wieder Rätsel auf. In deren Folge ich mich fragen muss, was kann bzw. muss ich als Kollegin hinnehmen? Wie hoch ist meine Toleranzgrenze? Und wann ist sie definitiv überschritten? Macht es die Summe der einzelnen Übergriffe oder ist es letztlich die einzige, die das Fass zum Überlaufen bringt? Und was ist mir wichtig? Wie weit werde ich gehen, um mich zu schützen?

Ich weiß es nicht. All diese Fragen brauchen eine Antwort, damit ich weiter arbeiten kann.

 

 

 

23.10.2013

 

Herr Alexander Krawalski meldet sich zu Wort....

Alexander Krawalski ist Krimiautor und liegt derzeit im Krankenhaus, zusammen mit einem Journalisten...

Was das soll?

Herr "AK", wie er sich selbst nennt, ist die Hauptfigur meines neuen Romans. Und ich freue mich tierisch darauf, diesem alten, kauzigen Kerl Leben einzuhauchen. Das wird spannend und lustig.   ;-)

 

 

 

21.09.2013

 

Heute ist der 21.09.2013. Nicht schlecht bis dahin. Aber morgen wird gewählt. In ca. 24 Stunden wird sich, sehr wahrscheinlich, nichts an der politischen Situation in Deutschland geändert haben. Ich denke mal, die Wahlbeteiligung wird sich eh in Grenzen halten, denn warum soll man wählen, wenn doch alle das selbe wollen?

Ok. Das soll kein Aufruf sein, nicht wählen zu gehen. Im Gegenteil! Wenn wir nun schon einmal in 4 (!) Jahren gefragt werden, sollten wir unserer Stimme Gehör verleihen. Egal in welcher Form. Eine verstummte Stimme wird keiner hören. Ich gehe wählen. Aber wen und warum? Mir scheint die Politik aus einem Einheitsbrei zu bestehen, denn eben nur noch Politiker verstehen und begreifen können. Steuern hoch oder runter, Abgaben hier, Zuschüsse dort, Versprechen über Versprechen und am Ende sitzen wir das alles erst einmal aus. Abwarten und Tee trinken.  

Kann ich mit dem, was in den letzten Jahren passiert ist, konform gehen und wenn nicht, wäre es unter anderer Führung besser geworden, Anders, ja, aber auch besser? Und we sieht es für die Zukunft aus? Ich weiß es nicht. Auf einmal soll ich über die Zukunft unseres Landes entscheiden. Ist das nicht ein bißchen viel verlangt? Ich habe doch gar nicht alle Fakten, das Wissen um die Finanzen und Probleme in unserem Land. Wer kann das schon alles aus seiner kleinen Welt neutral von sich behaupten?

Und wo steuern wir hin? Wenn ich mich so umschaue, graust es mir!!!!

Wir sind in eine GEsellschaft geworden, in der der Gewinn und der Profit mehr zählen als Menschen, die hinter all diesen Zahlen und Verkäufen stecken. Wir haben "Den Kunden", "Die Mitarbeiter, Angestellten", "Den Chef". Aber wo haben wir die Menschen? Wo ist das Zusammenleben hingekommen? Warum ging es uns verloren? Warum interessieren wir uns nicht mehr für unsere Mitmenschen. Wir arbeiten mit ihnen jeden Tag zusammen, aber wir kennen höchstens ihren Namen. Wie armselig sind wir doch geworden. Wir reiten auf Paragrafen und Vorschriften fern jeglichem Mitgefühl. Busfahrer, die Kinder nicht mitnehmen, Chefs, die ihre Angestellten wegen Nichtigkeiten abmahnen oder gar entlassen. Kampf an Wühltischen bei Aldi oder Lidl etc, ganz egal. Wir sind so abgestumpft und armeselig. Es ist beschämend. Ja, ich muss mich für meine Mitmenschen schämen. Menschen, die zu verachtenten Egoisten geworden sind, die nur ihren eigenen Vorteil kennen und sich einen Dreck um Andere scheren. Ja, ich schäme mich sehr oft. Leider. Und das betrifft nicht unbedingt nur das Fernsehprogramm. Das schalte ich gar nicht mehr ein, Fremdschämen würde zu einem Dauerzustand werden.  Mir fehlt das Mitgefühl, die Ehrlichkeit und Aufrichtigkeit und Zusammenhalt in unseren Tagen. Und ehrlich, die Wahlk(r)ämpfe machen es nicht besser.

Und wenn ich all das so überdenke, frage ich mich, was kann bzw. wo soll ich morgen mein kleines (unbedeutendes) Kreuzchen machen?

 

 

 

 

 

01.09.2013

 

Der Himmel ist  blau

Ich bin müde. Nein, ich bin todmüde sogar. Mein Hals kratzt, er Kopf schmerzt und brummt heftig. Aber ich bin auch traurig. Traurig, dass die Zeit doch manchmal so verdammt schnell vorbei geht.

Ich hatte gestern eine geniale Begegnung mit drei ganz wundervollen Menschen, die mich nicht nur inspiriert haben, sondern auch in einer Art und Weise Mut geschenkt haben, dass ich noch immer eine Gänsehaut bekomme. Wir hatten nur drei Stunden, aber diese drei Stunden haben gereicht, um mich aufzurichten, mir die Kraft zu geben, die ich für den weiteren Weg brauche. Es ist klar, ich habe tausende Möglichkeiten, ich muss das nur endlich erkennen und begreifen, um dann umso forscher und energischer los zu marschieren.  Was soll mich noch aufhalten? Nur meine eigenen Zweifel? Warum? Ich habe die Chancen, überall, ständig, jederzeit! Ich hab sie ganz allein. Also was solls? Packs an und fang endlich an!  Dass es für diese simple Erkenntnis solange und erst wieder diese Begegnung brauchte, ist bitter. Ja fast erbärmlich.

Aber es hat Spaß gemacht, ganz ehrlich, Jungs. Ich hatte tierischen Spaß und die Zeit mehr als genossen.

Und wenn das wieder nicht reicht: „Der Himmel ist blau…“

Danke, B.F.R.

 

 

 

 

 

 

17. August 2013

 

Vor ein paar Tagen war ich beim fröhlichen, goldenen M in Trier. Wir hatten bis dahin einen wirklich schönen, stressfreien Tag, was bei einem Brückentag im Sommer kaum noch möglich ist, da Trier in Menschenmassen unterzugehen scheint. Aber egal, wir waren relaxt und hungrig.

Meine Kindern aßen Fritten und hatten Durst. Also ging ich mal schnell zum Mäcces.

Die wartenden Menschen vor den Kassen waren auch kein Problem, da ich ja total relaxt war. Außerdem wollte ich ja nur ne Cola. Sonst nix.

Der südländische Typ, in der Schlange neben mir, stand schon recht mittig, aber darüber machte ich mir keine Gedanken, auch als sein Kompagnon kam, nicht. Endlich war ich dran, aber siehe da, die zwei Typen drängelten sich vor. Schließlich hätten sie ja auch in meiner Schlange angestanden…Hää? Ich gab zu Bedenken, dass er in der anderen Reihe stand und ich außerdem doch nur ne Cola wollte. Aber das interessierte nicht, stattdessen wurde ich mit miesen Sprüchen belegt. Schließlich drehte sich der Typ um und sagte: „Gell, scheiß Ausländer!“

Da war sie also, die Ausländerschiene. Na super. Meine Antwort: „Das hast du gesagt.“ Für mich war das Thema erledigt, aber ich habe mich geärgert. Aber auch gefreut, da die beiden auf ihre Burger etc doch noch länger warten mussten und ich schließlich doch eher dran kam. Aber darum soll es gar nicht gehen.

Ich bin wahrlich nicht ausländerfeindlich oder gar rassistisch. Im Gegenteil. Ich gehe gern zum Italiener, esse liebend gern Kebab und auch der Grieche in unserer Stadt kocht sehr lecker. Ich habe ausländische Freunde und auch Arbeitskollegen, die in ihrem Heim nicht deutsch sprechen.

Ich habe kein Problem mit Menschen, die aus anderen Ländern zu uns kommen, sich integrieren. Ich habe aber Schwierigkeiten damit, zu verstehen, dass sich Menschen, die hier zu Gast sind, also unsere Gastfreundschaft geniessen dürfen, aufführen wie die Vandalen.

Wenn in meinem Haus sich ein Gast so aufführen würde, wie ich es in Trier erlebte, aber auch jeden Tag aus  meiner beruflichen Arbeit berichten kann, dann würde ich ihn hochkant rausschmeißen, Und ich bin mir sicher, dass würde jeder andere Hausbesitzer auch tun! Wenn einer meiner Gäste oder Besucher, denn nicht alle sind auch willkommen, klaut, mich beschimpft oder gar zusammenschlägt, fällt es mir schwer, diesen auch noch zu unterstützen. Und drehen wir doch mal den Spieß um.

Sagen wir mal so, wenn ich in anderen Ländern Gast bin, was auch schon sehr oft vorkam und weiter passieren wird, dann versuche ich mich auch in den zwei Wochen Strandurlaub zu integrieren, die Regeln und Sitten des Landes, meiner Gastgeber, zu respektieren und zu achten. Das tue ich, weil es sich so gehört. Weil es der Anstand und der gegenseitige Respekt voreinander so gebietet. So wie es viele meiner Landsleute im Ausland tun, aber auch viele ausländische Mitbürger bei uns.

 

Aber ist das nicht auch das Problem, was wir hier in Deutschland, auch vor dem Hintergrund der eigenen schrecklichen Geschichtsereignisse, haben?

Im Namen der politischen Korrektheit lassen wir den ausländischen Straftätern alles durchgehen. Und wir versuchen sie sogar noch zu resozialisieren. Aber wie soll das gehen? Wie soll ein ausländischer Straftäter resozialisiert werden, wenn er die Normen und Werte unserer Gesellschaft, in der er eben auch lebt und auch hineingeboren wurde, nicht respektiert und anerkennt.

Wie soll ich einen jammernden Rumänen noch ernst nehmen, von dem ich weiß, dass er seinen Lebensunterhalt und den seiner Familie statt mit Arbeit mit Diebstählen und Einbrüchen sichert.

Wir wollen uns politisch korrekt verhalten, wohl auch angesichts unserer eigenen mit schrecklichen Ereignissen gepickten Geschichte. Aber für welchen Preis?

Ich weiß, es gibt wunderbare Menschen, die unser Leben und unsere Gesellschaft bereichern. Menschen, die ihre Erfahrungen und Ideen einbringen und damit unsere Gesellschaft und unser Miteinander bunter und attraktiver machen. Und das ist wunderbar, ich liebe das. Es gibt aber auch viele Menschen, die sich unseres Schutzes vergewissern müssen und für die es unsere oberste Pflicht, sie zu schützen und zu unterstützen. Diese Menschen haben Furchtbares erleben müssen oder gar den eigenen Tod fürchten müssen. Die würden gern in ihrer Heimat bleiben, können es aber nicht. Diesen Menschen müssen wir helfen, keine Frage!

 

Es gibt aber auch so viele, die unsere Gesellschaft untergraben, die sich einen feuchten Dreck um die Menschen, aber auch die Regeln hier scheren, die in Welten leben, die nur auf Profit und Aussaugen des sozialen Gefüges aus sind.

 

Wir verraten unsere Ideale und Werte, nur um eine Fassade aufrecht zu erhalten?!

 

Das lass ich nun mal so stehen und gehe zu Francesco ein leckeres Eis essen.